Wofür es sich lohnt, morgens aufzustehen

In den Kursen von Zenbogen beschäftigen wir uns momentan mit der Frage, wie Zen uns helfen kann, Stress zu reduzieren und besser mit unvermeidbarem Stress umzugehen. Da ein stressvolles Leben oft ein überfülltes Leben ist, beschäftigten wir uns vorige Woche mit dem Minimalismus und würden uns bewusst, wie voll unser Leben eigentlich ist.

Wer sein Leben weniger stressvoll gestalten will, kommt nicht darum herum, wichtige Entscheidungen zu treffen. Das geht leichter, wenn du eine klare Idee davon hast, was du mit deinem Leben anfangen willst; wenn du weißt, warum es sich lohnt, morgens aufzusehen. Darum haben wir uns mit dem Thema Ikigai beschäftigt.

Anführungszeichen für Zitate

Zwischen Zen-Meditation und die Suche nach dem Ikigai gibt es Überschneidungen. Beide sind kraftvolle Forme der Selbstreflexion und Selbsterkenntnis und bieten wertvolle Orientierungshilfen in wichtige Lebensfragen.

Ikigai

Ikigai ist ein japanisches Konzept, das sich mit der Frage beschäftigt, wofür dein Leben sich lohnen könnte. Es kombiniert die eigenen Vorlieben, Fähigkeiten und Talente mit dem, was die Welt braucht und wofür man dich bezahlen könnte. Ikigai basiert auf vier wesentlichen Elementen, die als Fragen in einem Venn-Diagramm dargestellt werden können. Die Schnittstelle ist dein Ikigai.

Der Begriff „Ikigai“ setzt sich aus den japanischen Wörtern „iki“, was „Leben“ bedeutet, und „gai“, was „Wert“ oder „Würde“ bedeutet, zusammen. So kann Ikigai wörtlich als „Wert des Lebens“ oder „das, wofür es sich zu leben lohnt“ übersetzt werden.

Was machst du gerne?

Welche Aktivitäten schenken dir Freude und Befriedigung? Kannst du das gleich beantworten, oder musst du erst noch darüber nachdenken? Dann mache das, denn die Antwort darauf ist die Grundlage für viele grundsätzliche Entscheidungen in deinem Leben. Es braucht auch nicht nur eine Antwort zu sein und diese Antwort wird sich in deinem Leben mehrmals ändern, denn du entwickelst dich ja weiter.

Während der Vorbereitungen der Kurseinheit habe ich mich auch selber erneut gefragt, was ich denn gerne mache. Dabei stieß ich auf die Frage: Was heißt denn gerne machen? Ich schreibe gerne, denn wenn ich meine Gedanken in Sprache gefasst habe, verstehe ich sie besser. Das gibt mir im Nachhinein ein gutes Gefühl. Im Nachhinein! Denn während ich schreibe, kann ich sehr daran verzweifeln, die richtigen Wörter zu finden. Trotzdem nehme ich diese Schwierigkeiten gerne in Kauf, denn ich mache es eben gerne. Etwas gerne machen bedeutet nicht, dass es einem immer leicht fällt.

Worin bist du richtig gut?

Jeder hat seine Fähigkeiten und Talente. Die Verteilung dessen erscheint nicht immer gerecht. Nicht jeder ist in einem Körper eines Spitzensportlers geboren und auch andere Talente variieren pro Person. Aber las dich dadurch nicht zu sehr einschränken. Schließlich kannst du deine Fähigkeiten mit konsequenter Übung aufbessern. Und etwas zu üben, was du gerne machst, macht Spaß. Außerdem sollte der Spaß ja nicht weniger werden, wenn du die Aktivität nicht auf Toplevel ausführst.

Was braucht die Welt?

Die Kraft des Ikigai liegt für mich darin, dass wir nicht in den eigenen Leidenschaften und Fähigkeiten hängen bleiben, sondern auch einen Blick auf die Bedürfnisse der Welt werfen. Wie kann ich das, was ich gerne mache und gut kann, dafür einsetzen, die Welt besser zu machen?

Blauer Kopf mit Gehirn
  • mehr Ruhe
  • weniger Stress
  • besser schlafen
  • besser fühlen
  • mehr Konzentration
  • besser zuhören
  • weniger störende Emotionen
  • mehr Energie

Als ich vor ungefähr dreißig die Zen-Meditation für mich entdeckte, war ich davon begeistert, welche Wirkung sie für mich hatte. Ich meditierte nicht nur die empfohlenen zweimal zwanzig Minuten täglich, sondern ich las viel über die Geschichte des Zen und ich begann mich auch dafür zu interessieren, was genau in unserem Gehirn passiert, wenn wir meditieren. Seit ich im Februar angefangen habe, Meditationskurse anzubieten, hat das Lesen für mich eine neue Dimension bekommen. Ich lese jetzt nicht nur, um selber zu verstehen, aber ich will, das, was ich lese, auch an andere vermitteln können. Das Lesen über Themen, die mich schon lange interessieren, macht mir jetzt noch mehr Spaß.

Wofür könnte man dich bezahlen?

Die Welt braucht vieles und ich könnte meinen Tag damit füllen, anderen Gefälligkeiten zu erweisen. Eine andere Frage ist, ob das, was ich den anderen anbiete, so wertvoll für sie ist, dass sie bereit sind, mich dafür zu bezahlen. Als ich entschloss, meine Zen-Schule zu gründen, musste ich mein Angebot so gestalten, dass es für die Menschen einen echten Mehrwert bringt und sie bereit sind, dafür eine Kursgebühr zu zahlen. Das zwingt mich, genau nachzudenken über die Bedürfnisse meiner Zielgruppe und wie ich mein Angebot darauf abstimmen könnte. Auch dies ist übrigens ein Prozess, der immer wieder neu durchlaufen werden muss.

Selbstreflexion und Selbsterkenntnis

Zwischen Zen-Meditation und die Suche nach dem Ikigai gibt es Überschneidungen. Beide sind kraftvolle Forme der Selbstreflexion und Selbsterkenntnis und bieten wertvolle Orientierungshilfen in wichtige Lebensfragen. Gerade wenn, du dein Leben als zu stressvoll erfährst, lohnt es sich, die wichtigen Fragen, nach dem, was du gerne machst und wie du mit deinen Vorlieben und Fähigkeiten die Welt dienen könnte, erneut zu stellen. Auf jeden Fall, lohnt es sich, seinen Ikigai zu kennen. Welche Antworten ergeben sich denn für dich auf die Ikigai-Fragen?

Bist auch du daran interessiert, um zu erkunden, wie du dein Leben zenvoller gestalten könntest? Im Montagskurs (19:00 bis 21:00 Uhr) ist noch ein freier Platz verfügbar. Hier geht es zur Anmeldung. Im August werden wieder kostenlose Probestunden angeboten. Wenn du Fragen zu den Kursen von Zenbogen hast, kannst du uns jederzeit kontaktieren.