Gründerin und Zen-Lehrerin von Zenbogen

Leonne Boogaarts ist die Gründerin von Zenbogen. Nach jahrzehntelanger Zen-Praxis beschloss sie, anderen Menschen beizubringen, wie man meditiert. Im Oktober 2023 schloss sie ihre Ausbildung zur Zen-Lehrerin an der niederländischen Zen-Schule Zen.nl ab und lehrt nun Menschen, wie sie ihr Leben durch Zen-Meditation bereichern können. Hier erzählt sie ihre Geschichte.

Entspannung durch Zen-Meditation

Ein abgebrochenes Studium, eine Arbeit, die mich nicht erfüllte, Konflikte am Arbeitsplatz, Spannungen in der Beziehung, endloses Grübeln und schlaflose Nächte. Ich stand wohl kurz vor einem Burnout, als mir vor dreißig Jahren die Schlagzeile „Entspannung durch Zen-Meditation“ ins Auge fiel. Der Zeitungsartikel handelte von einer Zen-Schule in Utrecht (NL), die Einführungskurse in Zen-Meditation anbot, in denen man lernen konnte, sich durch Zen-Meditation zu entspannen. Ich wusste nicht genau, was Zen war, aber Entspannung brauchte ich auf jeden Fall. Ich meldete mich sofort für den Einführungskurs an.

Obwohl ich einen eher esoterischen Kurs erwartet hatte, war der Unterricht sehr praxisorientiert. Ich lernte nicht nur, wie Zen-Meditation geht, sondern auch, wie wichtig es ist, klare Ziele im Leben zu haben, worauf es ankommt, um die richtigen Entscheidungen zu treffen, wie man Rituale und Symbole sinnvoll einsetzt, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Zweimal zwanzig Minuten täglich

Ich kaufte mir ein Meditationskissen und meditierte die empfohlenen zweimal zwanzig Minuten täglich. Schon nach einigen Wochen merkte ich, dass ich mich besser entspannen und wieder durchschlafen konnte. Noch wichtiger war aber, dass sich meine Probleme irgendwie von selbst zu lösen schienen. Der Streit am Arbeitsplatz legte sich, die Spannungen in der Beziehung wurden ausdiskutiert und das Grübeln ließ deutlich nach. Nach dem Einführungskurs machte ich auch den Fortgeschrittenenkurs.

Fast unbemerkt hatte ich mich durch die Meditation verändert. Ich bekam ein besseres Gespür für meine eigenen Bedürfnisse und die der anderen. Ich entdeckte Verhaltensmuster, die mir immer wieder Probleme bereiteten, und konnte mit diesen Erkenntnissen anders auf schwierige Situationen reagieren. Ein unerwarteter Nebeneffekt war, dass die Welt um mich herum immer schöner wurde. Ich freute mich über die hübsche Blume auf dem Weg zum Supermarkt, bewunderte den Vollmond aus dem Schlafzimmerfenster oder genoss die schöne Landschaft während einer langweiligen Zugfahrt. Die Zen-Meditation gab mir viel Energie und plötzlich schien mir alles zu gelingen. Neben meinem Vollzeitjob holte ich mein abgebrochenes Jurastudium nach und absolvierte gleichzeitig eine Übersetzerausbildung. 2001 zog ich nach Berlin, wo ich eine Anstellung als Übersetzerin fand.

In Berlin

Nach einigen Monaten in der deutschen Hauptstadt vermisste ich die gemeinsame Meditation, die Vorträge meines Zen-Lehrers Rients Ritskes und den Erfahrungsaustausch in der Gruppe. Ich besuchte einige Zen-Gruppen, konnte aber mit den Vorträgen der Lehrer wenig anfangen, in denen es vor allem um die Auslegung alter buddhistischer Texte ging, ohne Bezug zu meiner Lebenswirklichkeit im Hier und Jetzt. Auch der ungezwungene Erfahrungsaustausch mit den anderen Teilnehmenden oder die überraschenden Ratschläge meines Lehrers zur Bewältigung von Alltagsproblemen fehlten mir. Ich meditierte zu Hause weiter, fuhr zu intensiven Zen-Wochen (Sesshins) in die Niederlande, und seit der Corona-Zeit kann ich jetzt online an den wöchentlichen Treffen meiner Zen-Gruppe in den Niederlanden teilnehmen.

In meinem Freundes- und Bekanntenkreis begegnete ich immer wieder Menschen, die mit einer bestimmten Lebenssituation haderten. Gerne hätte ich ihnen einen modernen Zen-Kurs empfohlen. Ich kannte jedoch in Berlin keine Zen-Schule, die die Methoden und Erkenntnisse des Zen-Buddhismus so gut an den Bedürfnissen der Menschen in einer modernen westlichen Gesellschaft anpassen konnte wie die niederländische Zen-Schule Zen.nl. Leider reicht es auch nicht aus, jemandem kurz zu erklären, wie Zen-Meditation funktioniert. Es braucht regelmäßiges Training und die Unterstützung einer Zen-Gruppe unter der Leitung einer Lehrerin, die weiterhilft, wenn der Zen-Weg mal steinig wird, um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen. Es brauchte also auch in Berlin eine moderne Zen-Schule.

Zenbogen

Sieben Personen präsentieren ein Diplom.
Im Oktober 2023 bestand ich (ganz rechts) das Lehrerexamen

Inzwischen hatte ich ein jahrzehntelanges Zen-Training bei Zen.nl gemacht und war überzeugt, dass die dort praktizierte Methode es in sich hat, das Leben von Menschen nachhaltig positiv zu verändern. Mir würde klar, dass ich die Person war, die das Bedürfnis nach einer modernen Zen-Schule in Berlin zu befriedigen hatte, obwohl ich mich erst mal an den Gedanken gewöhnen musste. Nach einiger Zeit fasste ich den Entschluss, die von Zen.nl angebotene Ausbildung zur Zen-Lehrerin zu machen und eine Zen-Schule in Berlin zu gründen. Im Oktober 2023 habe ich die Prüfung bestanden und seit Februar 2024 biete ich Kurse in die Zen-Meditation in Berlin an. Dabei werde ich unterstützt von meinen Weggefährten bei Zen.nl und meinen langjährigen Lehrer Rients Ritskes.

Wenn du Fragen oder Anmerkungen zu meiner Arbeit als Zen-Lehrerin, meinen Kursen oder Zenbogen hast, schreibe mir eine E-Mail. Ich freue mich darauf: leonne@zenbogen.de