Zenvoll mit Stress umgehen – der Weg des Weniger

In den Kursen von Zenbogen nehmen wir uns vier Wochen die Zeit, um zu erforschen, wie Zen uns dabei helfen kann, Stress zu reduzieren und besser mit unvermeidlichem Stress umzugehen. Am vergangenen Montag widmeten wir uns dem Minimalismus. Zen und Minimalismus teilen das Ziel, Ablenkungen zu minimieren und den Fokus auf das Wesentliche zu lenken. Das reduziert Stress und steigert unser Wohlbefinden. Der Minimalismus richtet sich auf die Erleichterung des Lebens, durch uns des unnötigen äußeren Ballastes zu entledigen. Während der Zen-Meditation verarbeiten wir unseren geistigen Ballast in Form von unverarbeiteten Erfahrungen und die daraus entstehenden störenden Emotionen und Überzeugungen, die uns daran hindern, das Leben zu führen, das wir führen möchten.

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Ich habe gelernt, dass wir eher dazu neigen, immer mehr zu tun und damit unser Leben noch voller zu packen.

Die meisten Menschen, die Stress erfahren und etwas dagegen tun wollen, packen erstmal mehr Ballast darauf. Sie nehmen sich vor, mehr Sport zu treiben, um den Stress zu bewältigen, planen einen zusätzlichen Urlaub, nehmen an einem Yogakurs oder einem Meditationskurs teil. Wir versuchen es mal andersrum: Wie können wir statt mehr, weniger tun?

Zeichnung einer traurigen Person, die einen großen, schweren Sack trägt.

Eine überschaubare Umgebung beruhigt den Geist

Der Minimalismus befürwortet die Beseitigung von Unordnung und unnötigen Gegenständen, die unsere Umgebung überfüllen. Da auch visuelle Ablenkungen unser Gehirn belasten, soll eine minimalistische Umgebung den Geist beruhigen. Indem wir uns von Dingen trennen, die wir nicht mehr brauchen oder die uns nicht mehr gefallen, schaffen wir Raum für mehr Ruhe und Konzentration. Schau dich mal in deiner Wohnung um, gibt es da Sachen, die du nicht brauchst oder die dir nicht mehr gefallen: weg damit!

Ein Turm aus Kieselsteinen

Der minimalistische Kleiderschrank

Als Barack Obama in einem Interview in Vanity Fair auf seinen schlichten Kleidungsstil angesprochen wurde, erklärte er: „Ich will nicht entscheiden müssen, was ich esse oder anziehe, da ich viel zu viele andere Entscheidungen treffen muss.“

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Während dieses Kursabends ist uns allen bewusst geworden, wie voll unser Leben eigentlich ist.

Ein Kleiderständer mit Jacke, Hemd, Hut und Schuhe. Ein Beispiel eines minimalistischen Kleiderschranks.

Es ist sinnvoll, seinen Kleiderschrank auszumisten, denn wenn man sich schon die Mühe macht zu entscheiden, was man tragen will, dann sollte das Teil auch leicht zu finden sein. In meinem Kleiderschrank befindet sich noch immer ein vor dreißig Jahren gekaufter Designerblazer, der mir nicht mehr passt. Ich kann mich genau erinnern, als ich ihm im Geschäft passte und mir überlegte, ob ich ihm mir gönnen sollte. Dieses Teil steht heute für meine Hoffnung, irgendwann doch noch mal wieder hineinzupassen. Ich sollte mich wirklich davon trennen.

Weniger ausgeben

Sparsamkeit gibt bestimmte Freiheiten. Man könnte sich entscheiden, weniger zu arbeiten oder einen weniger stressvollen Job zu suchen. Deutsche Verbraucher sind, wie Menschen auf der ganzen Welt, anfällig für Impulskäufe und Überkonsum. Die Gegenstände, die wir kaufen, kosten nicht nur Geld, sondern liegen auch wieder ungenutzt in unseren Wohnungen herum. Ein bewussterer und minimalistischer Umgang mit unseren Ausgaben schafft Raum für sinnvollere Ausgaben. Und wenn wir das gesparte Geld nicht für uns selbst nutzen wollen, gibt es viele wohltätige Zwecke, die sich über eine Spende freuen.

Digital aufräumen

Wenn ich meine E-Mails verarbeite, blättere ich oft durch viele Mails, die ich gar nicht brauche: Newsletter, die ich nicht lesen werde, Mailings an Mailinglisten, wo ich auch keine Ahnung habe, wie ich darauf gelandet bin. Es braucht nur einen Klick, um diese Ablenkungen loszuwerden. Diese Zeit nehmen wir uns oft nicht und sind uns gar nicht davon bewusst, wie viel Zeit wir in einem Jahr damit verbringen, uns diese Mails anzuschauen und immer wieder die Entscheidung zu treffen, dass sie nicht wichtig sind.

Auch ein überfüllter Computer beeinträchtigt die Produktivität erheblich und verursacht Stress. Gerade wenn ein Liefertermin ansteht, nervt es, wenn der Computer lange braucht, um ein Programm zu öffnen oder eine Datei zu finden. Die Zeit, ungenutzte Dateien zu finden und zu löschen, gewinnt man schnell wieder zurück. Ein aufgeräumter Rechner arbeitet schneller und effektiver und reduziert so den Stress, der durch lästiges Warten entsteht. Durch die Beseitigung dieser Ablenkungen kannst du dich besser konzentrieren und Ihre Aufgaben effizienter erledigen.

Lange Aufgabenlisten

Mich interessieren viele Themen. Ich verwalte lange Listen mit Büchern und Artikeln, die ich gerne lesen möchte. Meine Aufgabenlisten ufern immer wieder aus, mit vielen leichtsinnig in einer To-do-App eingeführten Vorhaben. Mich verwunderte es, dass die Teilnehmenden an dem Montagskurs dieses Problem sofort erkannten. Um sich nicht in endlosen Vorhaben zu verlieren, hilft ein ausgeprägtes Zielbewusstsein. Mein Ziel ist, eine inspirierende Lehrerin für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer meiner Kurse zu sein. Dieses Ziel hilft mir, eine Auswahl zu treffen, was ich lesen und tun will und welche anderen interessanten Themen ich leider nicht verfolgen kann. Das schafft Ruhe und Zeit, mich dem zu widmen, was mir wichtig ist.

Blauer Kopf mit Gehirn
  • mehr Ruhe
  • weniger Stress
  • besser schlafen
  • besser fühlen
  • mehr Konzentration
  • besser zuhören
  • weniger störende Emotionen
  • mehr Energie

Zen ist die Kunst, das zu tun, was man tun möchte

Während dieses Kursabends ist uns allen bewusst geworden, wie voll unser Leben eigentlich ist. Die einzelnen Maßnahmen, die zur Sprache kamen, sind nur Anregungen, über die es sich lohnt nachzudenken. Wenn du Spaß an Mode hast, ist ein minimalistischer Kleiderschrank vielleicht nichts für dich. Es gibt viele Menschen, die sich in einer minimalistischen Umgebung nicht wohlfühlen. Von der Zen-Perspektive aus gesehen, ist es wichtig, dass wir uns davon bewusst sind, womit wir unser Leben füllen, um selbstbestimmt damit umzugehen.

Es gibt viele Definitionen von Zen. Eines davon ist: tun, was man tun möchte. Die hier beschriebenen Themen sind Anregungen, wie man sein Leben weniger stressvoll gestalten könnte, um Raum zu schaffen für das Leben, das man gerne führen will. Ich habe gelernt, dass wir eher dazu neigen, immer mehr zu tun und damit unser Leben noch voller zu packen. Während der Kursvorbereitung habe ich den Weg des Weniger erkundet. Ich habe daraus wichtige Erkenntnisse gewonnen, die ich in den nächsten Wochen in meinem Alltag umsetzen möchte.